A3-Ausbau: Planer sprechen mit Gegnern

Artikel in der Rhein. Post vom 25.9.2019:

https://rp-online.de/nrw/staedte/langenfeld/a3-ausbau-planer-sprechen-mit-gegnern_aid-46044513

 

Unsere heutige Mail an Straßen.NRW mit Kopie an die Landtagsabgeordnete Claudia Schlottmann und Bürgermeister Frank Schneider:

Sehr geehrter Herr Frueh,

bei unserem gestrigen Austausch der Argumente am Ihrem Infobus haben Sie erwähnt, dass es bereits seit 2011 eine Expertise zur temporären Standstreifennutzung der A3 zwischen Hilden und Opladen gebe, die nach Abwägung von Wirtschaftlichkeit und Sicherheit zu dem Schluss gekommen sei, dass eine derartige Lösung hier nicht infrage komme. Es stellt sich hier die Frage, ob dabei auch die Schutzgüter Mensch und Umwelt hinreichend berücksichtigt wurden. Wir bitten Sie, der Bürgerinitiative 3reicht diese Untersuchung zur Verfügung zu stellen, die im Bundesverkehrswegeplan als untersuchte Alternative keine Erwähnung findet. Dort heißt es lapidar: „Zu einem Ausbau des nicht mehr leistungsfähigen Verkehrsweges gibt es keine Alternativen. Die zusätzlich prognostizierten Verkehrszahlen für das Jahr 2025 lassen somit keine Nullvariante zu.“
Die „Nullvariante“ wird auch von uns nicht gefordert, sondern die Nutzung der Standstreifen als „sinnvolle Alternative“. Diese umweltschonende Variante zur Kapazitätserhöhung der A3 wird auch von den Bürgermeistern Langenfelds, Leichlingens, Hildens und Solingens gefordert und ist zum Teil auch schon als Resolution im Stadtrat verabschiedet. Daher bitten wir Sie, die oben genannte Untersuchung auch an die genannten Bürgermeister und an unsere Landtagsabgeordnete, Claudia Schlottmann, zu senden. Vielleicht können wir schon am Samstag in Hilden darüber diskutieren?
Im Voraus vielen Dank für Ihre Bemühung.

Mit freundlichen Grüßen
Karl Wilhelm Bergfeld

Nach Übersendung des fraglichen Gutachtens durch Straßen.NRW am 25.9.2019:

Unsere Mail vom 25.9.2019 an Straßen.NRW mit Kopie an die Landtagsabgeordnete Claudia Schlottmann, Bürgermeister Frank Schneider und die Rheinische Post: 

Sehr geehrter Herr Frueh,

zunächst vielen Dank für die umgehende Zusendung des Gutachtens zur Seitenstreifenfreigabe auf verschiedenen Autobahnabschnitten.
Bei der Sicherheit von temporär freigegebenen Seitenstreifen mit Streckenbeeinflussung und Überwachung kommt das Gutachten allgemein zu einem positiven Urteil (Seite 7). Zitat:

Negative Sicherheitswirkungen einer temporären Seitenstreifenfreigabe sind bislang in keiner Untersuchung dokumentiert worden. Im Gegensatz zur dauerhaften Umnutzung des Seiten-streifens bietet die temporäre Freigabe den Vorteil, dass der Seitenstreifen außerhalb der Spitzenstunden als Sicherheitsraum erhalten bleibt. Damit kann die Kapazität der Autobahn bedarfsgerecht gesteuert werden. Sofern die Freigabe des Seitenstreifens auf die Zeiträume beschränkt wird, in denen die zusätzliche Kapazität des Seitenstreifens wirklich benötigt wird, bildet sich bei einem Hindernis auf dem Seitenstreifen in der Regel sofort ein Stau. Durch das verringerte Geschwindigkeitsniveau in Verbindung mit der Möglichkeit zur Absicherung der Gefahrenstelle durch eine Streckenbeeinflussungsanlage wird das Risiko von Auffahrunfällen auf liegengebliebene Fahrzeuge wirksam minimiert.
Die Beurteilung der einzelnen Autobahnabschnitte basiert nur auf wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Andere Schutzgüter wie Mensch und Umwelt wurden nicht berücksichtigt.
Auf dem Streckenabschnitt Hilden-Opladen wurde nur der Teilabschnitt AS Langenfeld/Solingen-Kreuz Hilden in Fahrtrichtung Norden untersucht. Hier kommt das Gutachten zu dem Urteil, dass die Erhöhung der Kapazität durch eine Seitenstreifennutzung nichts bringt. Der Grund liegt hier allerdings auf der Hand, da ein erhöhter Abfluss des Verkehrs im Kreuz Hilden nicht gewährleistet ist.
Dieses Gutachten ist daher in keinster Weise geeignet, eine temporäre Nutzung der Seitenstreifen von Hilden bis Opladen in beiden Fahrtrichtungen auszuschließen!

Mit freundlichen Grüßen
Karl Wilhelm Bergfeld 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Gutachten zur Seitenstreifen-Freigabe:

Ermittlung der verkehrlichen Wirkungspotenziale der Seitenstreifenfreigabe auf Autobahnen in Nordrhein-Westfalen