Leichlinger CDU will vier Spuren auf der A3

Artikel im Kölner Stadtanzeiger vom 1.10.2019
Leichlinger Rat nimmt die Resolution gegen den A3-Ausbau gegen die Stimmen der CDU an

Leichlinger Resolution im Wortlaut

Artikel in der Rhein. Post (Ausgabe Rhein-Wupper) vom 9.10.2019:
CDU will vier Spuren auf der A3

Leserbriefe zu diesem Artikel:

Leichlingen, eigentlich ein Ort mit Bürgern, denen man einen gesunden Menschenverstand zutraut. Offensichtlich sind da aber auch welche dabei, wie der Herr Wagner von der CDU, der die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat, noch nicht? Da kämpft in Berlin eine Bundesregierung mit einer der Klimawende geschuldeten Verkehrswende und in der Provinz wird noch immer dem Straßenverkehr und damit auch der Autoindustrie das Wort geredet. Noch mehr Asphalt ist nicht mehr das Gebot der Stunde, Herr Wagner! Völlig daneben aber sind Ihre Behauptungen, Standstreifen seien unverzichtbar und ohne eine noch breitere Autobahn gebe es keinen besseren Schallschutz. Dabei werden in Deutschland Dutzende von Autobahnstreckenabschnitten mit einer ertüchtigten Standstreifen-Fahrspur mit viel Nutzen problemlos betrieben, offensichtlich illegaler Schwarzbau vom Staat abgesegnet??? Und solche Strecken gibt es im Norden wie im Süden, Osten oder Westen der Republik. Ich empfehle Ihnen einmal das Studium der „VLärmSchR-97“ mit der Hoffnung, dass Sie dann Ihre Behauptung ein Anspruch der Menschen auf einen ausreichenden Schallschutz bestehe ausschließlich bei einer zusätzlichen Fahrspur revidieren. So etwas wäre Ihrem Image sicher nicht abträglich.
Rainer Kalbe, Hilden – Mitglied der Bürgerinitiative „3reicht! Kein Ausbau der A3“
(am 16.10.2019 in der Rhein. Post veröffentlicht)

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Es ist schockierend wie die Leichlinger CDU ungeprüft die Halb- und Unwahrheiten der Auto- und Straßenbaulobby verbreitet ohne sich mit dem genannten Gutachten zur Standstreifennutzung und den Vorschriften bezüglich Lärmschutz beschäftigt zu haben. 

  • Thema: Gutachten zur Standstreifennutzung von 2011
    Bei der Sicherheit von temporär freigegebenen Seitenstreifen mit Streckenbeeinflussung und Überwachung kommt das Gutachten allgemein zu einem positiven Urteil (Seite 7). Zitat:
    Negative Sicherheitswirkungen einer temporären Seitenstreifenfreigabe sind bislang in keiner Untersuchung dokumentiert worden. Im Gegensatz zur dauerhaften Umnutzung des Seitenstreifens bietet die temporäre Freigabe den Vorteil, dass der Seitenstreifen außerhalb der Spitzenstunden als Sicherheitsraum erhalten bleibt. Damit kann die Kapazität der Autobahn bedarfsgerecht gesteuert werden. Sofern die Freigabe des Seitenstreifens auf die Zeiträume beschränkt wird, in denen die zusätzliche Kapazität des Seitenstreifens wirklich benötigt wird, bildet sich bei einem Hindernis auf dem Seitenstreifen in der Regel sofort ein Stau. Durch das verringerte Geschwindigkeitsniveau in Verbindung mit der Möglichkeit zur Absicherung der Gefahrenstelle durch eine Streckenbeeinflussungsanlage wird das Risiko von Auffahrunfällen auf liegengebliebene Fahrzeuge wirksam minimiert.
    Die Beurteilung der einzelnen Autobahnabschnitte basiert nur auf wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Andere Schutzgüter wie Mensch und Umwelt wurden nicht berücksichtigt.
    Auf dem Streckenabschnitt Hilden-Opladen wurde nur der Teilabschnitt AS Langenfeld/Solingen-Kreuz Hilden in Fahrtrichtung Norden untersucht. Hier kommt das Gutachten zu dem Urteil, dass die Erhöhung der Kapazität durch eine Seitenstreifennutzung nichts bringt. Der Grund liegt hier allerdings auf der Hand, da ein erhöhter Abfluss des Verkehrs im Kreuz Hilden nicht gewährleistet ist.
    Dieses Gutachten ist daher in keinster Weise geeignet, eine temporäre Nutzung der Seitenstreifen von Hilden bis Opladen in beiden Fahrtrichtungen auszuschließen!
  • Thema: Lärmschutzmaßnahmen bei Ausbau und bei Standstreifennutzung
    Die Behauptung, dass  Lärmschutzmaßnahmen nach den Vorgaben der Verkehrslärmschutzrichtlinie (VLärmSchR-97) nur bei einem Ausbau der A3 ausgeführt werden müssen, ist schlichte „Bauernfängerei“, um den Widerstand der Anlieger zu brechen. Die VLärmSchR-97 schreibt die Lärmvorsorge im Falle einer „wesentlichen Änderung“ eines Verkehrsweges vor. Die Ertüchtigung der vorhandenen Seitenstreifen für den Schwerlastverkehr, der Bau von Ausweichbuchten und die dadurch entstehende Kapazitätserweiterung ist eine solche „wesentliche Änderung“ und bedingt daher dieselben Lärmschutzmaßnahmen wie der Ausbau.

Im übrigen fällt die Leichlinger CDU ihrem Parteifreund, dem Langenfelder Bürgermeister Frank Schneider, in den Rücken, der sich mit den anderen Bürgermeistern der Anrainerstädte für die Belange seiner Bürger einsetzt und die Resolutionen gegen den Ausbau und für die Seitenstreifennutzung initiiert hat.
Karl Wilhelm Bergfeld – BUND-Ortsgruppe Langenfeld

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