Leverkusen: SPD blockiert Resolution gegen den Ausbau der A3

Am 10.10.2019 wurde die von CDU und FDP eingebrachte Resolution gegen den achtspurigen Ausbau der A3 mit den Stimmen der SPD abgelehnt. Stattdessen wurde Oberbürgermeister Richrath beauftragt mit den anderen Anrainerstädten ein „gemeinsames Papier“ in dieser Angelegenheit zu finden.
Es ist sehens- und hörenswert wie sich der OB durch das Thema stammelt und immer wieder nur Aussagen von Straßen.NRW zitiert, wonach lediglich eine Standstreifenfreigabe zwischen Opladen und Hilden zu Staus auf Leverkusener Gebiet führen würden.
Ausschnitt Ratssitzung am 10.10.2019 (TOP 53)

Allerdings sprechen die aktuellen Verkehrszählungen der Bundesanstalt für das Straßenwesen (BASt) gegen die gemachten Aussagen. Denn die Verkehrsbelastung auf der A3 ist nördlich des Leverkusener Kreuzes wesentlich geringer als südlich davon:
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Die Anzahl der Kfz ist nördlich um ca. 22 % geringer. Die Kapazitätsverringerung bei Standstreifennutzung gegenüber einem achtspurigen Ausbau beträgt aber erfahrungsgemäß gerade einmal 8%. Wie dabei ein Stau entstehen soll erschließt sich wohl nur Straßen.NRW – und dem Leverkusener OB ! Vor allem seine Aussage, dass ja nur ein kleiner Streckenabschnitt auf Leverkusener Gebiet betroffen sei, ist äußerst befremdlich. Offensichtlich sind ihm die Opladener Bürger egal.

Bericht in der RP / Leverkusen vom 15.10.2019

Bericht im Leverkusener Anzeiger vom 15.10.2019

Schreiben an Straßen.NRW vom 15.10.2019
(Kopie an die (Ober-) Bürgermeister und die lokale Presse)

Artikel in der RP / Leverkusen vom 17.10.2019
Reaktion per Email vom 17.10.2019:
Sehr geehrte Damen und Herren,
in Ihrem oben genannten Artikel wird als einziger Hinderungsgrund, warum OB Richrath und die SPD die Resolution gegen den flächenverbrauchenden Ausbau der A3 und für eine Seitenstreifennutzung zwischen Opladen und Hilden ablehnen, eine Information von Straßen.NRW genannt, wonach die Kapazität einer dreispurigen Fahrbahn mit Seitenstreifennutzung um ca. ein Achtel geringer ist als eine vierspurige Fahrbahn. Dies wird auch von der Bürgerinitiative „3reicht!“ nicht bestritten. Allerdings wird von den Ausbau-Befürwortern nicht berücksichtigt, dass das Verkehrsaufkommen auf der A3 nördlich des Leverkusener Kreuzes wesentlich geringer ist als auf dem „Kölner Ring“ südlich dieses Knotenpunktes. Berücksichtigt man diese Tatsache, so ist die Reduzierung der Kapazität zwischen Opladen und Hilden mit ausreichender Sicherheit verkraftbar. Dies habe ich in einem Schreiben an Straßen.NRW mit Zahlen belegt (siehe Anhang).
Wir unterstützen ausdrücklich die Resolutionen gegen den Ausbau wie diese in Langenfeld und Leichlingen bereits verabschiedet wurden und in Hilden und Solingen geplant sind und hoffen, dass die „Hilfe der Nachbarn“ darin besteht, die Stadt Leverkusen vom Sinn einer solchen Resolution zu überzeugen. Denn nur so kann es gelingen, dass die Politik bei der Revision des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) im Jahr 2021 die Weichen in Richtung einer umwelt- und klimaschonenden Verkehrswende stellt. Bis dahin sieht Straßen.NRW völlig im Recht den Planungsauftrag im großzügigen Ausbau der A3.
Wir würden es sehr begrüßen, wenn auch der Meinung der Bürgerinitiative „3reicht!“ einmal Raum in einem Artikel eingeräumt würde. Vielleicht auch mit einem Hinweis auf unsere Homepage, auf der wir unsere Argumente gegen den zerstörerischen Eingriff in die Landschaft darlegen:
www.3reicht.de
Mit freundlichen Grüßen
Karl Wilhelm Bergfeld
Tel. 02175-890497