A3: Schlottmann ist für acht Spuren (RP Langenfeld vom 29.8.2019)

https://rp-online.de/nrw/staedte/langenfeld/langenfeld-a3-schlottmann-ist-fuer-acht-spuren_aid-45440081

Zum Artikel „A3: Schlottmann ist für acht Spuren“

Untertitel: „CDU-Landtagsabgeordnete spricht sich weder für noch gegen Verbreiterung aus“

Während sich Frau Schlottmann im Artikel „Claudia Schlottmann wirbt für achtspurige Autobahn 3“ in der RP (Lokalteil Hilden) vom 28.8.2019 noch eindeutig auf den Bundesverkehrswegeplan bezieht, der einen Ausbau auf acht Fahrspuren plus zwei Standstreifen vorsieht, macht sie jetzt einen Rückzieher und kann sich auch eine temporäre Standstreifenfreigabe ohne Verbreiterung in die Landschaft vorstellen.

Allerdings sagt sie: „Das müssen jetzt die Experten prüfen!“ Man fragt sich, welche „Experten“ sie meint. Etwa die Planer von Straßen.NRW oder ab 2021 die Mitarbeiter der Autobahn GmbH des Bundes, die ein ureigenes Interesse daran haben, dass möglichst umfangreich gebaut wird? Nein, Frau Schlottmann, die Politiker müssen entscheiden, ob sie es mit der Verkehrswende und damit verbunden dem Klimaschutz ernst meinen. Hier sind selbstverständlich insbesondere die Politiker im Bundestag gefordert, die seinerzeit den Bundesverkehrswegeplan 2030 von Herrn Dobrindt durchgewunken haben, der den Straßenverkehr gegenüber dem Schienenverkehr massiv bevorzugt.
Das Bewusstsein und die Überzeugungen haben sich seitdem in weiten Teilen der Bevölkerung geändert. Alle reden von der notwendigen Verkehrswende, wozu auch die möglichst weitgehende Verlagerung des Straßenverkehrs auf die Schiene gehört. Wie soll das gelingen, wenn man dem Straßenverkehr den roten Teppich in Form von noch mehr Fahrspuren ausrollt? Daher gehört der Bundesverkehrsplan 2030 auf den Prüfstand, damit er zukunftsgerecht dem Schienenverkehr Vorrang einräumt und nicht großflächig unsere Landschaft für den Straßenverkehr opfert, wie zum Beispiel für den geplanten Ausbau der A3 zwischen Hilden und Leverkusen. Dies führt selbstverständlich zu Restriktionen für den Straßenverkehr, aber nur so wird man mittel- und langfristig eine Verkehrswende erreichen.
Einen falschen Weg schlägt hierbei auch unsere Landesregierung ein, indem sie über 3.600 zusätzliche LKW-Stellplätze an den Autobahnen den Speditionen auf Kosten der Allgemeinheit zur Verfügung stellen will. Die Speditionen sollten dazu verpflichtet werden, kostenpflichtige Stellplätze auf Autohöfen auch abseits der Autobahnen in Gewerbegebieten zu nutzen. Auch das würde den Gütertransport auf der Schiene attraktiver machen.
Karl Wilhelm Bergfeld