0 21 75/89 04 97 kw.bergfeld@3reicht.de

Autobahn GmbH verweigert die temporäre Seitenstreifenfreigabe

 

Auf unsere Nachfrage nach dem Stand der Planung für die von den Anrainerstädten, dem Kreis Mettmann und der IHK geforderten Einrichtung einer temporären Seitenstreifenfreigabe (TSF) zur Kapazitätserweiterung der A3 wurde uns mitgeteilt, dass man die TSF nicht weiter verfolge und am geplanten achtspurigen Ausbau festhalte. Gemäß der positiv ausgefallenen Machbarkeitsstudie aus dem Jahre 2022 hätte die TSF bereits im Jahre 2029 in Betrieb gehen und eine erhebliche Kapazitätserweiterung bieten können, wenn die Autobahn GmbH unmittelbar mit der Planung begonnen hätte.
Wir haben daraufhin das Bundesverkehrsministerium angeschrieben und nochmals auf die Vorzüge der TSF gegenüber dem achtspurigen Ausbau  in ökonomischer und ökologischer Hinsicht hingewiesen:
Schreiben an das Bundesverkehrsministerium vom 4.7.2026
Das Schreiben haben wir in Kopie an das Landesverkehrsministerium, die Bürgermeister der Anrainerstädte, die Indutrie- und Handelskammern und die Presse gesandt.
Artikel in der Rheinischen Post vom 6.7.2026

Inzwischen haben sich die Anrainerstädte, der Kreis Mettmann sowie die Bergische IHK und die IHK Düsseldorf unserem Protest gegen die Entscheidung der Autobahn GmbH die temporäre Seitenstreifenfreigabe nicht weiter zu verfolgen angeschlossen:
Brief der Anrainerstädte, Kreis und IHK vom 6.8.2026 an den Bundesverkehrsminister
Rheinische Post vom 8.8.2026: „Städte und IHK fordern Freigabe des Seitenstreifens auf der A3“
WDR Lokalzeit Bergisches Land vom 7.8.2026

Volksabstimmung in der Schweiz zum Autobahnausbau

Volksabstimmung zum Autobahnausbau in der Schweiz

In der Schweiz wurde am 24. November 2024 unter anderem über den dort geplanten Autobahnausbau in einer Volksabstimmung entschieden. Zu den Wortführern der Ausbaugegner gehören die „Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz“ mit ihren guten Argumenten für mehr Gesundheitsschutz durch den Verzicht auf den Ausbau, da dieser mehr Verkehr zur Folge hat mit mehr Luftverschmutzung, mehr Lärm, mehr Verletzten, mehr Mikroplastik-Abrieb, mehr CO2-Ausstoß:

https://www.aefu.ch/2024/10/07/der-autobahnausbau-gefaehrdet-unsere-gesundheit/

Die Argumente der „Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz“ im Detail

Die Schweizer haben sich mit 53% zu 47% gegen den Fernstraßen-Ausbau ausgesprochen. Leider haben wir diese Möglichkeit in Deutschland nicht.

 

 

Metropolregion Rheinland fordert die temporäre Seitenstreifen-Freigabe als Dauerlösung

Metropolregion Rheinland fordert TSF als Dauerlösung

Die „Metropolregion Rheinland“, ein Zusammenschluss der Städte, Kreise, dem Landschaftsverband Rheinland und den Industrie- und Handelskammern fordert die über 20 Jahre Vorschrift fallen zu lassen, wonach eine temporäre Seitenstreifen-Freigabe (TSF) nur als Übergangslösung im Vorgriff auf einen endgültigen Ausbau zulässig ist. Explizit wird die Umsetzung der TSF für den Autobahnabschnitt der A3 zwischen Hilden und Leverkusen gefordert:
Metropolregion Rheinland fordert Prüfung von temporären Seitenstreifenfreigaben auf Autobahnen als dauerhafte Maßnahme

 
 

 

Die GRÜNEN fordern nochmals den Verzicht auf den Ausbau der A3

Die GRÜNEN im Regionalrat fordern den Verzicht auf den 8-spurigen Ausbau der A3

Wegen der immensen Kostensteigerung für den geplanten Ausbau der A3 fordern die GRÜNEN im Regionalrat nochmals den Verzicht auf den Ausbau und als Alternative die temporäre Seitenstreifenfreigabe (TSF), die gemäß der Machbarkeitsstudie lediglich 10% an Kosten verursachen würde und eine vergleichbare Kapazitätssteigerung erbringt.

Bergische Morgenpost vom 17.Mai 2024: Grüne fordern Umdenken beim Ausbau der A3

 
 

 

Verkehrsministerium verzögert die temporäre Seitenstreifen-Freigabe

Sanierung der Anschlussstelle Solingen/Langenfeld ohne Berücksichtigung einer möglichen temporären Seitenstreifen-Freigabe

Die Anschlussstelle Solingen/Langenfeld soll in den nächsten 18 Monaten als letzter Teil des Autobahnabschnitts Leverkusen-Hilden aufwändig saniert werden. Die wirtschaftlich sinnvolle direkte bauliche Berücksichtigung der temporären Seitenstreifen-Freigabe (TSF) ist nicht geplant, obwohl angeblich auch die Autobahn GmbH die TSF als Vorgriff auf einen eventuellen späteren achtspurigen Ausbau favorisiert. Der Antwort von Sebastian Bauer (Stabsstelle Kommunikation der Autobahn GmbH) auf unsere Nachfrage lässt darauf schließen, dass hier das Bundesverkehrsministerium versucht die rasche Umsetzung der TSF zu verhindern bzw. ganz zu blockieren:

Sehr geehrter Herr Bergfeld,
ich bedanke mich für das freundliche Telefonat. Gerne habe ich im Projektteam nachgefragt bzgl. eines Sachstands zur Temporären Seitenstreifenfreigabe (TSF) auf der A3 zwischen der Anschlussstelle Leverkusen-Opladen und dem Autobahnkreuz Hilden. Die gesamte Thematik befindet sich weiterhin in der Abstimmung mit dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV). Eine Entscheidung durch das BMDV steht weiterhin aus. Ich bitte das Projektteam, mich in der Sache auf dem Laufenden zu halten. Sofern es hierzu Neuigkeiten gibt, werde ich gerne auf Sie zukommen.
Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Die Autobahn GmbH Rheinland
Im Auftrag

Sebastian Bauer
 

Mit Schreiben vom 17.7.2023 an die Bürgermeister der Anrainerstädte und den Landrat des Kreises Mettmann hatte das BMDV noch Folgendes mitgeteilt:

„…Daher erwägt die Autobahn GmbH des Bundes, im Vorgriff auf den vom Deutschen Bundestag beschlossenen regelgerechten Ausbau, übergangsweise eine temporäre Seitenstreifenfreigabe umzusetzen, um die Leistungsfähigkeit und die Verkehrssicherheit zu verbessern. Dazu bereitet die Autobahn GmbH des Bundes derzeit ein entsprechendes Umsetzungskonzept vor…“

Nachdem die Machbarkeitsstudie vom 7.6.2022 zu einem positiven Urteil zur Realisierung einer TSF gekommen war, wäre eigentlich eine zeitnahe Planung zu erwarten gewesen, damit der vorgebliche „Engpass“ auf der A3 schnell beseitigt wird. Stattdessen behindert man jetzt erst einmal 18 Monate lang den Verkehr durch die Sanierungsarbeiten ohne nach Abschluss eine Kapazitätserweiterung erreicht zu haben.

Rheinische Post vom 5.3.2024:
A3: Grüne wollen Vorfestlegung verhindern

Antwort der Autobahn GmbH zur Anfrage von „Bündnis 90/DIE GRÜNEN“ im Regionalrat
Düsseldorf vom 28.2.2024

Rheinische Post vom 19.3.2024: Kostensprung bei Ausbauplänen für A3

 
 

 

Verkehrsministerium legt aktuellen Gesamtmittelbedarf für die Projekte des BVWP 2030 vor

Die vom BMDV vorgelegte aktualisierte Kostenermittlung für die Projekte des BVWP 2030 zeigt exorbitante Steigerungen

Die vom Verkehrsministerium vorgelegte aktualisierte Ermittlung der Baukosten (Stand Juli 2023) zeigt sehr hohe Kostensteigerungen gegenüber den Angaben im Bundesverkehrswegeplan 2030 (Stand 2014). Für den Ausbau der A3 von Leverkusen-Opladen bis Kreuz Hilden wird die Steigerung der Baukosten von 285,9 Mio.€ auf 531,3 Mio.€ angegeben; also um 86%!
Auszug aus der Bedarfsermittlung bezüglich A3 Leverkusen-Hilden
Aber da bekanntlich Kostenschätzungen immer zu niedrig angesetzt werden, wird das noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sein.
Zum Vergleich: Die Machbarkeitsstudie für die temporäre Seitenstreifenfreigabe (TSF) gibt die Kosten hierfür mit 43 – 59 Mio.€ an. Das sind gerade einmal 8 – 11 % des achtspurigen Ausbaus. Und das bei annähernd gleich großer Kapazitätserweiterung!
Hier noch die gesamte Bedarfsermittlung für alle Projekte des BVWP 2030